19. 01. 2009
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Leben & Gesellschaft

Aldi-Einkauf in Florida

Fragt man deutsche Auswanderer in Amerika danach, was sie aus ihrer Heimat am meisten vermissen, werden oft als erstes die guten deutschen Lebensmittel genannt. Doch hierfür gibt es seit Neuestem ein Allheilmittel, denn nun können Neu-Amerikaner ihre Sehnsucht in alten Gefilden stillen: Aldi expandiert in die USA. Fast 1.000 Filialen gibt es bereits landesweit. Auch in Florida werden immer mehr Märkte des erfolgreichen Discounters eröffnet.

Autor: Sarah Czuratis

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"Shop Aldi Smart!" lautet das Motto des deutschen Discounters in den USA. Seit 1975 expandiert der Supermarktriese bereits in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, doch erst in den letzten Jahren kam das Geschäft so richtig in Schwung. Heute ist Aldi schon in 29 US-Bundesstaaten vertreten.

Das altbewährte Motto, dass Kunden nur für das zahlen, was sie auch mit nach Hause nehmen, kommt auch in Amerika gut an. Die derzeitige wirtschaftliche Lage kurbelt das Geschäft zudem noch zusätzlich an. Zwar ist Aldi derzeit noch an 25. Stelle der amerikanischen Supermärkte, wenn es um den Jahresumsatz geht, doch in Anbetracht des beschränkten Warenangebotes des Discounters und der geplanten Expansion erscheint diese Position schnell in einem ganz anderen Licht.

Auch in Florida kann man den wöchentlichen Einkauf bei Aldi erledigen. Derzeit gibt es schon 25 Märkte im Sunshine State - weitere Neueröffnungen sind in Planung. Auch wenn das Konzept des Supermarktes für viele Amerikaner wohl erst einmal ungewöhnlich erscheint, ist Aldi mittlerweile auch in Amerika sehr beliebt. Kein Wunder: der Discounter ist nach eigenen Angaben viel günstiger als konventionelle Supermärkte und zudem noch billiger als amerikanische Discounter (wie Walmart oder K-Mart).

Für viele deutsche Auswanderer ist ein Besuch beim amerikanischen Aldi wie ein kurzer Abstecher in die Heimat. Wie in Deutschland muss der Kunde hier eine Münze als Pfand für den Einkaufswagen bereithalten, und zwar einen Quarter (25 Cent) anstatt der Euromünze. Während bei den amerikanischen Supermärkten die Einkaufswagen überall auf dem Parkplatz stehengelassen werden, herrscht auf dem Aldi-Parkplatz somit deutsche Ordnung.

Im Markt selber sind die Produkte genauso auf Paletten und in Pappkartons gestapelt wie in Deutschland. Neben amerikanischen Discountprodukten werden auch viele importierte Produkte aus Deutschland angeboten: Von Schokolade über Bier und Wein, bis hin zum Weihnachtsgebäck – und das alles zu altbewährten Aldi-Preisen. Da hat sich der Einkaufswagen schnell gefüllt.

An der Kasse angekommen darf der Kunde die Einkäufe dann selbst eintüten – für viele Amerikaner eine ganz neue Erfahrung. Im regulären Supermarkt packen die Angestellten – meist High School-Schüler oder Senioren – die Einkäufe für die Kunden in kostenlose Plastiktüten. Wie beim deutschen Aldi müssen die Kunden auch in den USA für die Einkaufstüten bezahlen: 10 Cent pro Stück. Dieses Prinzip kommt beim derzeitigen "Go Green"-Trend der Amerikaner sehr gut an. Der Wunsch nach einer umweltfreundlicheren Lebensweise bringt viele wiederkehrende Aldi-Shopper sogar dazu, eigene Einkaufstüten mitzubringen. 

Mit seinem Weniger-Ist-Mehr-Prinzip vertreibt Aldi nur einen Bruchteil der regulären Produktpalette anderer amerikanischer Supermärkte. Die Produkte werden jedoch größtenteils unter Aldis eigenem Label vertrieben, wodurch der Discounter die niedrigen Preise bieten kann. Zahlen kann man jedoch wie in Deutschland nur mit Bargeld oder Debit-Card, der amerikanischen EC-Karte. Wer sich als Auswanderer längst an die Zahlung mit Kreditkarte gewöhnt hat, wird sich hier schnell wieder in alte Zeiten zurückversetzt fühlen.

Die nächstgelegene Aldi-Filiale findet man übrigens mit dem Store Locator auf der Webseite des Discounters. Und dann kann es losgehen: Auf einen Kurztrip in die geliebte Heimat!

 
  
19. 01. 2009
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