01. 01. 2013
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Auswanderer-Porträts

Norma Brenne Henning: Die Brückenbauerin

Natürlich existiert die Berufsbezeichnung »Brückenbauerin« nicht. Wenn es sie gäbe, wäre Norma Brenne Henning wohl eine der ersten Anwärterinnen auf den Titel. Sicher, die ehemalige Feuchtwangenerin ist in erster Linie Rechtsanwältin mit vielen Jahren Berufserfahrung in der Beratung ausländischer Investoren und mittelständischer Unternehmen in Florida. Und natürlich Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland in Florida. Und Mitglied des Leadership Committees des gerade etablierten Florida-Zweiges der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer. Und Präsidentin des European-American Network of SW Florida. Und Mitglied des External Advisory Board des University of Florida International Center, ihrer Alma Mater.

Autor: Dirk Rheker

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Und wem nach dieser Aufzählung noch immer nicht dämmert, dass der Brückenschlag über den Atlantik das Lebensthema dieser Frau ist, dem ist wohl kaum zu helfen. »Es geht mir darum, Verbindungen zwischen Deutschland und den USA zu knüpfen – persönlicher, wirtschaftlicher und kultureller Art«, sagt Henning durchaus mit Nachdruck.

Was bei anderen klingen mag wie Versatzstücke aus dem Baukasten diplomatischer Sonntagsreden, ist bei Norma Henning überzeugte – und überzeugende – Philosophie. Weil es unterfüttert ist mit gelebtem Leben. Spätestens seit ihrem Umzug in die USA im Jahre 1986. Eine Wanderin zwischen den Welten. Wo verortet sie gefühlsmäßig ihre Heimat? »Dort, wo meine beiden Kinder und Freunde sind«, sagt sie. Eine regionale Festlegung? Schwierig für eine Kosmopolitin wie sie.

»Gerade in Situationen, in denen Deutschland und die USA mal nicht einer Meinung sind, will ich Wege aufzeigen, die uns einen und nicht trennen«, sagt sie zum Abschied fast staatstragend. Bevor ein herzliches Lächeln beweist, dass eine diplomatische Mission durchaus auch von einem gerüttelt Maß Charme lebt.

 
  
01. 01. 2013
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