01. 10. 1999
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Auswandern & Visa

Arbeiten in den USA mit dem H1-B-Visum

Welche Chancen haben Europäer, mit ihrem erlernten Beruf in den USA zu arbeiten und zu leben? Ein Arbeitsvisum, das zur späteren Green Card führen kann, ist das H1-B-Visum für "Fachkräfte in speziellen Berufen". An einem Fallbeispiel beleuchten wir verschiedene Möglichkeiten zum Erhalt dieses begehrten Visums.

Autor: Peter J. Jaensch

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Thomas Sauer ist Geschäftsführer eines Betriebes in der Nähe von München, wo er ebenfalls einen Stab von zehn Ingenieuren leitet. Er hat das Abitur abgeschlossen, aber keine Universität besucht. Er besitzt 15 Jahre Erfahrung als Maschinenbauer. Seine Firma lief recht gut, doch Sauer beschloss auszusteigen und überlegt, nach Amerika auszuwandern. Karin, seine Ehefrau seit 26 Jahren, von Beruf Grafik-Designerin, arbeitet seit 8 Jahren für eine Graphik-Firma. Nach dem Abitur schloss sie eine zweijährige grafische Kunstausbildung ab. Sie würde gern die gleiche Arbeit in Amerika ausüben, vorzugsweise im sonnigen Florida. Ihre Tochter Anja, 24 Jahre alt, arbeitet als Software- Ingenieurin für ein Team von jungen dynamischen Informationsexperten. Nach ihrem Universitätsstudium startete sie gerade mit ihrer Karriere. Ihr Ehemann Eckhardt arbeitet als Marketingberater.

Die Sauers würden gerne in die USA übersiedeln, dort leben und arbeiten. Sie besitzen kein Visum, das es ihnen ermöglicht, länger als 90 Tage in Amerika zu bleiben. Sie haben auch kein B-2-Touristenvisum, das es ihnen erlauben würde, sich bis zu sechs Monate in den USA aufzuhalten.

Welche Chancen auf ein Visum hat die Familie Sauer, um sich in den USA eine neue Existenz aufzubauen?

Alle Familienmitglieder besitzen die nötige Ausbildung und Berufserfahrung, um sich möglicherweise für ein H1-B-Visum für "Fachleute in speziellen Berufen" zu qualifizieren. Dies ist ein sogenanntes Nicht-Einwanderungsvisum für professionelle Angestellte, das bis zu 6 Jahren gültig ist. Alle vier müssten dafür einen amerikanischen Arbeitgeber finden, der ihren Visumsantrag fördert. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Das H1-B-Visum ist eines der Visa, das am schwierigsten zu erhalten ist, was aber von einem erfahrenen Einwanderungsanwalt durchaus realisiert werden kann. Mehr als 100.000 H-1B-Visa sind dieses Jahr schon genehmigt worden. Die meisten Firmen erklären sich auch bereit, den Antrag ihrer H-1B-Fachkräfte für die Daueraufenthalts-Genehmigung (Green Card) zu fördern. Dies geschieht durch die sogenannte "Labor Certification", indem bewiesen werden muss, dass kein US- Angestellter für diesen Job qualifiziert ist oder kein US- Angestellter sich für diesen Job beworben hat. In der heutigen Arbeitsmarktlage in den USA ist dies durchaus ein Weg, um an die begehrte Green Card zu gelangen.

Amerikanische Firmen und Gesellschaften stellen laufend Anträge für Angestellte in speziellen Berufen, wenn für die ausgeschriebene Position mindestens ein Bachelor Degree, das heißt ein Studium in einem speziellen Bereich, gefordert wird.

Diese Fachbereiche betreffen vor allem:

    * Computerbereiche

    * wissenschaftliche Bereiche

    * Informatik & Technologie

    * Ingenieurwesen

    * Mathematik

    * Naturwissenschaft

    * Sozialwissenschaft

    * Medizin und Gesundheitswesen

    * Bildungswesen

    * Betriebswirtschaft

    * Steuerbereich

    * Jura

    * Technik

    * viele pädagogische Positionen

Andere Berufstätigkeiten, die von der Einwanderungsbehörde genehmigt wurden, sind:

    *Administrative Angestellte

    *Werbespezialisten und Fachberater

    *Chemiker

    *Computer-Programmierer

    *Geschäftsführer

    *Diätspezialisten

    *die meisten Ingenieur- und Wirtschaftsbereiche

    *Designer

    *Manager/Hotelmanager

    *Forschungsassistenten

    *Wissenschaftler

    *Journalisten und Schriftsteller

    *andere Fachleute mit Universitätsdiplom

Der H1-B-Anwärter muss ein abgeschlossenes Studium haben oder eine Kombination aus Schulbildung und Berufserfahrung. Drei Jahre Berufserfahrung in einem Fachbereich sind gleichwertig mit einem Studienjahr an einer Universität.

Für einen qualifizierten Facharbeiter ist es bei der heutigen Wirtschaftslage nicht schwierig, einen amerikanischen Arbeitgeber zu finden. In einigen Gebieten der USA, zum Beispiel in Florida, beträgt die Arbeitslosenrate nur 2 Prozent. Somit ist es für viele Firmen schwierig, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Diese Firmen sind oft bereit, ausländische Bewerber zu fördern.

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